Mehr über den Charakter des Lhasa Apso

Oft wird der Lhasa Apso als charmant und anmutig charakterisiert. Das ist jedoch nur eine Seite 
der vielen vorzüglichen Eigenschaften dieser intelligenten und stolzen Rasse.
Als besonderes Merkmal des Lhasa Apso muß vor allem seine Charaktervielfalt genannt werden.
Durch dieses Wesensmerkmal werden in diesen Tieren auch viele menschliche Züge gesehen, 
und selbst erfahrene Kynologen und Liebhaber anderer Rassen erkennen den besonderen Charakter an.
Eine bestimmte Funktion nimmt dabei seine überzeugende Selbständigkeit ein. So kann eventuell 
auftretende Unterwürfigkeit oder vorhandene Unterordnungsbereitschaft schon als rasseuntypisch 
beurteilt werden. Dieses Verhalten darf man jedoch nicht mit der charakteristischen Vorsichtigkeit
der Lhasa Apsos verwechseln, die nichts mit Scheu oder Ängstlichkeit zu tun hat. Das insgesamt 
eher egozentrische Charakterbild des Lhasa Apso ist deshalb weniger hundetypisch und erklärt 
manche erstaunliche Verhaltensreaktion. Alle Wesensmerkmale spiegeln seine geborgene Lebensweise
in der Geschichte seiner Rasseentwicklung wider. Die ständige Gegenwart der Lamas in den Klöstern,
ihr Verhalten zu den "Löwenhunden" und der Ablauf des Klosteralltags waren prägende Einflüsse
für Eigenschaften, die den Lhasa Apso als treuen und liebenswürdigen Haushund so wertvoll machen.
Teilweise zeigt er sogar Verhaltensweisen eines Schoßhundes. Seine Härte, Ausdauer und 
Anpassungsfähigkeit wurzeln dagegen im rauhen Leben mit den Nomadenhirten. Durch die ständige
Wechselbeziehung zwischen Klöstern und den tributpflichtigen Viehbauern erfolgte auch der 
bereits geschilderte Austausch der gezüchteten Klöster- und Hirtenapsos, und damit festigten sich sehr
verschiedene Eigenschaften. So konnte der charakterisierende Einfluß durch das harte und gefahrvolle
Leben mit den Viehherden ständig während der Rasseentwicklung wirken. Die zwei zunächst gegensätzlich
erscheinenden Grundcharakteristiken des Lhasa Apso beruhen auf diesen unterschiedlichen 
Lebensumständen.
Intelligenz, Stolz und teilweise Arroganz gehen bei einigen Rassevertretern so weit, daß sie 
unsympathischen Personen bewußt fernbleiben und sie teilweise sogar mißachten. Sympathie und 
Antipathie werden vom Lhasa Apso mit Stolz und Leidenschaft vorgetragen. Angenehm ist dabei die 
Art der Ausdrucksweise seiner Abneigung zu bewerten. Er kläfft nicht herum und attackiert diese Personen
auch nicht, sondern beachtet sie einfach gar nicht. Die Ausdrucksformen der Zuneigung sind dagegen 
vielfältig und oft rührend. Auch dabei ist die prägende Wirkung des ständigen menschlichen Kontaktes
in der Geschichte deutlich feststellbar. Nicht zu Unrecht sagen deshalb die Tibeter, daß der Apso nicht 
ohne engen und vertrauten Kontakt mit dem Menschen gedeihen kann. Er will stets so nah wie möglich am 
Menschen sein und zeigt seine Zuneigung auf verschiedenste Art. Dabei nimmt er auch unbequeme 
Körperhaltungen, wie z. B. das Auflegen des Kopfes auf den Fuß in Kauf, um den unmittelbaren Kontakt 
zu erhalten. Diese ständige Gemeinschaft mit dem Menschen hat in ihm einen hohen Intelligenzgrad entwickelt 
hat das Selbstbewußtsein fast bis zur Persönlichkeit gestärkt und beweist sich in bemerkenswerter Treue. 
Menschen seiner Zuneigung kann er voll für sich in Beschlag nehmen, und gegenüber anderen Personen und 
auch Hunden beansprucht er dann diese Beziehung voll für sich. Viele Besitzer dieser Rasse können darüber 
immer neue kuriose Begebenheiten berichten. Diese Wesensmerkmale machen auch den Lhasa Apso, ähnlich 
wie alle anderen ostasiatischen Rassen, menschengebundener als das von den übrigen Hunderassen bekannt ist. 
Hinzu kommt seine Ausgeglichenheit. Obwohl immer wieder seine Abneigung gegenüber Fremden hervorgehoben 
wird, werden aus solchen Begegnungen keine anstrengenden Auftritte. In angemessener Form wird durch Bellen 
die Ankunft der fremden Personen angezeigt. Sobald Vertreter der eigenen Familie den Ankommenden 
begrüßt haben, verstummt das Bellen. In scheinbar schlafender Position wird der Fremde jedoch scharf im 
Auge behalten. Wildes Herumjagen und anhaltendes Kläffen, das bei vielen Rassen auftritt, sind dem 
Lhasa Apso fremd.
Aufgrund seiner ausgeprägten Aufmerksamkeit und seines guten Hörvermögens ist er ein ausgezeichneter 
Wachhund, dem nichts entgeht. Diese Eigenschaft hat sich beim Wachen im Kloster ebenso wie beim 
Bewachen der Nomadenzelte besonders gut enrwickelt. Er wird deshalb auch vielfach als 
"selbsternannter Wachmann" des Hauses bezeichnet. Trotz seiner vergleichsweise kleinen Körpermaße 
gehört er zu den kräftigen, ausdauernden und abgehärteten Rassen. Die kräftige Bemuskelung seiner 
Gliedmaßen und die große Lungenkapazität bilden dazu die körperlichen Voraussetzungen.
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Sein aufgeschlossenes Temperament verleiht ihm die stete Bereitschaft zum ausgiebigen Herumtollen 
in der Natur oder zu langen und auch strapaziösen Wanderungen. Der bekannte Mount Everest-Besteiger 
Tensing Norkay hat Ausdauer und Härte dieser Rasse bei seinen Himalaja-Klettertouren geprüft und bestätigt. 
Für diese Hunde waren die Touren weniger beschwerlich als für viele Bergsteiger. Bemerkenswert ist die 
gute Anpassungsfähigkeit. Ohne Problem werden neue Aufenthaltsorte, neue Situationen und andere 
Umgebungen akzeptiert. Auf seine Bezugsperson möchte der Lhasa Apso dabei allerdings nicht verzichten. 
Er genießt es verwöhnt zu sein, und ganz besonders das Gefühl, ständig aufmerksam versorgt und liebevoll 
behandelt zu werden. Dadurch kann er leicht zum Schoßhund werden, was aber auf die Dauer allen seinen 
Veranlagungen und äußeren Merkmalen äußerst abträglich ist. Andererseits umsorgt er auch gern schwächere 
Tiere und beschützt sie leidenschaftlich. Das entspricht seinem gern gezeigten Verantwortungsgefühl. 
Der Spiel- und Sammeltrieb sind sehr ausgeprägt. Auch ältere Tiere spielen gern mit allerlei Gegenständen, 
und ihr Spiel wird oft mit dem der Katzen verglichen. Für eine bequeme Lagerstätte werden wie beim Nestbau 
gern geeignete Textilien und andere Gegenstände zusammengetragen.
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Ebenso wie der Shih Tzu erlernt der Lhasa Apso schnell und gern kleine 
Kunststückchen, wie Stehen und Gehen auf den Hinterläufen, Pfotengeben,
 Springen und kuriose Drehbewegungen. Erkennt er erst einmal die Beachtung 
dieser Leistungen, dann wiederholt er freiwillig und mit Ausdauer seine Darbietungen.
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Seine Eigenschaften und sein Verhalten machen ihn zu einem idealen Haus- und Wohnungshund, der die 
Gesellschaft des Menschen sucht. Obwohl er die Geselligkeit einer großen Familie besonders liebt, eignet er 
sich auch als Einmannhund. Dabei fordert er die volle Inanspruchnahme der Bezugsperson und duldet kein 
längeres Alleinsein.